Über uns

Der Versicherungsombudsmann ist eine unabhängige und für den Verbraucher kostenfrei arbeitende, anerkannte Verbraucherschlichtungsstelle.

Kompetenzträger und Repräsentant der Schlichtungsstelle ist der Ombudsmann Professor Dr. Günter Hirsch. Er wird bei seiner Arbeit unterstützt durch den Verein, der dem Ombudsmann geeignete Mitarbeiter und Sachmittel zur Verfügung stellt, damit er seine Aufgabe erfüllen kann.

Bei der Vielzahl der Vorgänge, die täglich von Versicherungsmitarbeitern bearbeitet und entschieden werden, sind Fehler nicht völlig auszuschließen. Verbraucher sind oft unsicher, ob sie rechtlich korrekt behandelt wurden, scheuen aber den Gang zu Gericht. Durch den Ombudsmann ist eine einfache, unbürokratische und zügige Überprüfung möglich.

Zweck und Aufgaben

Zweck der Schlichtungsstelle ist die Förderung der außergerichtlichen Beilegung von Streitigkeiten mit Verbrauchern, insbesondere aus einem Versicherungsvertrag oder im Zusammenhang mit der Vermittlung eines solchen. Den Verfahren liegen die Verfahrensordnung des Versicherungsombudsmanns (VomVO) sowie die Verfahrensordnung für Beschwerden im Zusammenhang mit der Vermittlung von Versicherungsverträgen (VermVO) zugrunde.

Die Schlichtungsstelle führt darüber hinaus weitere Aufgaben aus, die ihr der Gesetzgeber zugewiesen hat. Seit dem Jahr 2005 ist der Versicherungsombudsmann e. V. von Gesetzes wegen für Beschwerden zuständig, wenn ein Versicherungsvertrag zwischen einem Mitgliedsunternehmen und einem Verbraucher im Wege des Fernabsatzes zustande gekommen ist. Diese Aufgabe ist in § 214 Absatz 1 Nr. 1 Versicherungsvertragsgesetz (VVG) geregelt.

Die Schlichtungsstelle kann einen nach § 15 a des Einführungsgesetzes zur Zivilprozessordnung (EGZPO) erforderlichen Einigungsversuch durchführen und bestätigen. Ein solches Güteverfahren ist in einigen Bundesländern in bestimmten Fällen Voraussetzung für die Zulässigkeit einer Klage. In dieser Funktion ist die Schlichtungsstelle einer staatlichen Gütestelle gleichgestellt.

Eine weitere durch den Gesetzgeber übertragene Aufgabe betrifft das Verfahren für Beschwerden gegen Versicherungsvermittler nach § 214 Abs.1 Nr. 2 VVG. Der Versicherungsombudsmann e. V. ist als Schlichtungsstelle zur außergerichtlichen Beilegung von Streitigkeiten zwischen Versicherungsvermittlern oder Versicherungsberatern und Versicherungsnehmern im Zusammenhang mit der Vermittlung von Versicherungsverträgen anerkannt. Diesbezüglich hat die Mitgliederversammlung des Vereins nach vorherigem Beschluss des Beirats eine Verfahrensordnung für Beschwerden gegen Versicherungsvermittler (VermVO) beschlossen. Eine gesonderte Verfahrensordnung war notwendig, da das Verfahren sich in der Ausgestaltung erheblich von dem Beschwerdeverfahren unterscheidet, das die Mitgliedsunternehmen ihren Kunden anbieten.

Seit August 2016 ist der Versicherungsombudsmann e. V. anerkannte Verbraucherschlichtungsstelle nach dem Verbraucherstreitbeilegungsgesetz (VSBG). Damit gelten die Regelungen des VSBG auch für den Versicherungsombudsmann.

Der Versicherungsombudsmann e. V. ist von Beginn an Mitglied im grenzüberschreitenden Netz zur Behandlung von Beschwerden im Bereich der Finanzdienstleistungen (FIN-NET) der Europäischen Union (EU). In diesem Rahmen ist er behilflich, Kontakt zur zuständigen außergerichtlichen Schiedsstelle herzustellen. Die Anerkennung erhalten nur Schlichtungsstellen, welche die von der EU aufgestellten Grundsätze erfüllen. Dazu gehört, dass das Beschwerdeverfahren effizient und transparent gestaltet ist. Die Unabhängigkeit der Einrichtung und die Rechtmäßigkeit der Entscheidungen müssen sichergestellt sein.

Organisation

Die Gründung im Jahr 2001 erfolgte durch Präsidiumsmitglieder des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e. V. (GDV) und somit auf Initiative der deutschen Versicherungswirtschaft, die auch die Kosten der Einrichtung trägt. Am 1. Oktober 2001 nahm der erste Ombudsmann, Professor Wolfgang Römer, seine Arbeit auf. Der Verein hat seinen Sitz in Berlin. Dort sind die Geschäftsstelle und das Büro des Ombudsmanns angesiedelt.

Die Organe des Vereins sind der Vorstand und die Mitgliederversammlung. Der Vorstand ist für alle Angelegenheiten des Vereins zuständig, soweit diese nicht durch die Satzung einem anderen Organ, dem Beirat oder dem Geschäftsführer übertragen sind.

Informationen über die Besetzung der Gremien, deren Sitzungen und wesentliche Beschlüsse finden sich in den Jahresberichten. Dort werden auch Angaben zu den Finanzen des Vereins veröffentlicht sowie weitere Entwicklungen des Vereins oder der Schlichtungsstelle wiedergegeben.

Über 45 fachkundige Mitarbeiter unterstützen den Ombudsmann bei seiner Aufgabe. Die Beschwerdebearbeitung findet zum einen im Servicecenter des Versicherungsombudsmanns statt. Dort sind mehr als 14 Versicherungskaufleute mit der Annahme und der Aufbereitung der Beschwerden befasst. Sie stehen im Kontakt mit den Beschwerdeführern und helfen ihnen bei der Formulierung des Beschwerdeziels sowie der Zusammenstellung der zur Beurteilung der Beschwerde notwendigen Unterlagen.

Zum anderen unterstützen in der juristischen Abteilung mehr als 20 Volljuristen (Referenten) den Ombudsmann bei der rechtlichen Beurteilung der Beschwerden. Sie prüfen die Ansprüche der Beschwerdeführer, führen die juristische Korrespondenz, loten Einigungsmöglichkeiten aus und entscheiden in Abstimmung mit dem Ombudsmann und in seinem Auftrag über die Berechtigung der Beschwerde.

Weiter beschäftigt der Verein Mitarbeiter im Sekretariat sowie in der Verwaltung.

Chronik

2001 – 11. April: Gründungsversammlung des Versicherungsombudsmann e. V. + + + Verabschiedung von Vereinssatzung und Verfahrensordnung des Ombudsmanns, Wahl des Vorstands, Bestellung von Prof. Wolfgang Römer als Ombudsmann zum 1. Oktober + + + 1. September: Arbeitsbeginn der ersten drei Mitarbeiter im Servicecenter des Ombudsmanns (damals in der Ombutel GmbH) + + + 1. Oktober: Prof. Römer nimmt seine Tätigkeit auf. Er wird von drei Volljuristen und zehn Versicherungskaufleuten unterstützt.

2002 – 20. Februar: Bundesverbraucherministerin Renate Künast informiert sich in den Büroräumen der Schlichtungsstelle über die Tätigkeit + + + 27. Februar: Konstituierende Sitzung des Beirats und Wahl des Beiratsvorsitzenden Herrn Prof. Dr. Dr. h. c. Jürgen Basedow + + + 7. März: 1. ordentliche Mitgliederversammlung nach der Gründung.

2003 – 1. September: Horst Hiort übernimmt die Geschäftsführung des Versicherungsombudsmann e. V.

2004 – Januar-Dezember: EDV-Projekt zur Einführung einer eigenen Beschwerdebearbeitungssoftware + + + 30. September: Der erste Jahresbericht (2003) erscheint.

2005 – 24. Februar: Das Bundesjustizministerium überträgt dem Versicherungsombudsmann e. V. die Aufgabe als Schlichtungsstelle für Fernabsatzverträge über Versicherungen im Sinn von § 48 e VVG a. F. + + + 9. November: Die Mitgliederversammlung beschließt Satzungsänderungen. Dadurch wird eine zweite Amtszeit des Ombudsmanns möglich. Außerdem erhält die Bundestagsfraktion DIE LINKE. einen Sitz im Beirat.

2006 – 1. Oktober: Prof. Römer tritt seine zweite Amtszeit als Ombudsmann an. 20 Mitarbeiter wechseln von der Ombutel GmbH zum Versicherungsombudsmann e. V. + + + 31. Dezember: Die Beschwerden steigen gegenüber dem Vorjahr um 69,5 Prozent auf 18.451 im Jahr 2006, was zum Großteil mit Entscheidungen des Bundesgerichtshofs vom 12. Oktober 2005 zur Lebensversicherung zusammenhängt.

2007 – 22. Mai: Das Bundesjustizministerium erkennt den Versicherungsombudsmann e. V. als Schlichtungsstelle zur außergerichtlichen Beilegung von Streitigkeiten zwischen Versicherungsvermittlern oder -beratern und Versicherungsnehmern im Zusammenhang mit der Vermittlung von Versicherungsverträgen an + + + 1. November: Die Schlichtungsstelle verlagert ihre Büroräume in die Leipziger Straße 121, Berlin-Mitte + + + 8. November: Für die Verfahren mit Versicherungsunternehmen wird die Beschwerdewertgrenze auf 80.000 Euro erhöht (zuvor 50.000 Euro). Prof. Dr. Günter Hirsch, amtierender Präsident des Bundesgerichtshofs, wird mit Beschlüssen von Beirat und Mitgliederversammlung mit Wirkung zum 1. April 2008 in das Amt des Ombudsmanns gewählt.

2008 – 31. März: Ende der zweiten Amtszeit von Prof. Römer + + + 1. April: Prof. Hirsch nimmt seine Tätigkeit als Ombudsmann für Versicherungen auf + + + 8. April: Feierliche Veranstaltung zur Amtsübergabe. Bundes-Justizministerin Brigitte Zypries würdigt Ombudsmann und Schlichtungsstelle + + + 25. April: Die per Gesetz übertragenen Aufgaben werden vom Bundesjustizministerium für das neue VVG (§ 214 Abs. 1 Nr. 1 und 2) bestätigt. + + + 12. November: Dr. Bernd Michaels, spiritus rector der Schlichtungsstelle und seit Gründung Vorstandsvorsitzender des Versicherungsombudsmann e. V., wird in der Mitgliederversammlung mit einer Laudatio von Friedrich Schubring-Giese, seinem Nachfolger, mit großem Dank verabschiedet.

2009 – 18. November: Zwei Vermittlerverbände (BVK und VDVM) erhalten wegen der erweiterten Zuständigkeit für Vermittlerbeschwerden jeweils einen Sitz im Beirat.

2010 – 18. November: Beirat und Mitgliederversammlung beschließen, den Kompetenzbereich für Unternehmensbeschwerden zu erhöhen. Der Wert, bis zu dem verbindliche Entscheidungen getroffen werden können, wird auf 10.000 Euro, die Zuständigkeitsgrenze auf 100.000 Euro erhöht.

2011 – 1. Oktober: 10-jähriges Jubiläum der Schlichtungsstelle. Für Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner ist die Schlichtungsstelle ein Vorbild an effektivem Verbraucherschutz + + + 13. Dezember: Eine Delegation des obersten japanischen Gerichtshofs erkundigt sich in der Schlichtungsstelle über die Beschwerdebearbeitung.

2012 – 22. November: Vertreter der Chinesischen Versicherungsaufsichtsbehörde informieren sich über Aufgaben und Arbeitsweise + + + 14. November: Dr. Wolfgang Weiler übernimmt den Vorsitz im Vereinsvorstand. 

2013 – 1. April: Prof. Hirsch tritt, nach Beschlüssen des Beirats und der Mitgliederversammlung, seine zweite Amtszeit an + + +  21. November: Versicherungsombudsmann erhält Zuständigkeit für Beschwerden zu Ansprüchen aus Realkreditverträgen + + +  7. Mai: Prof. Hirsch wird Mitglied im neu gegründeten Verbraucherbeirat der BaFin.

2014 – 13. Oktober: Bundesjustizminister Heiko Maas und Staatssekretär Gerd Billen informieren sich in der Schlichtungsstelle über deren Organisation, Arbeitsweise und Finanzierung + + +  26. November: Die Besetzung des Beirats wird in Bezug auf die Vertreter der Bundestagsfraktionen neu geregelt.

2015 – 22. September: Prof. Hirsch übernimmt den Beiratsvorsitz des Finanzmarktwächters + + + 31. Dezember: Mit 14.014 zulässigen Beschwerden (20.980 insgesamt) höchster Eingang seit Bestehen der Schlichtungsstelle.

2016 – 2. August: Der Versicherungsombudsmann e. V. wird anerkannte Verbraucherschlichtungsstelle + + + 1. Oktober: 15-jähriges Jubiläum der Schlichtungsstelle + + + 22. November: Vereinsgremien beschließen umfangreiche Änderungen von Satzung und den Verfahrensordnungen (u. a. zur Anpassung an das VSBG).